Kultur

Die Verschmelzung verschiedener Nationalitäten und demzufolge Mentalitäten, Kulturen, und Begabungen führt dazu, dass Aserbaidschan zu recht als eines der ältesten Kulturzentren der Welt angesehen wird. Die geographische Lage Aserbaidschans am Kreuzweg zwischen dem Osten und Westen hat zu Verbindungen verschiedenster Zivilisationen und Kulturen geführt. Deshalb hat die südkaukasische Republik eine vielfarbige Kultur, die durch historische und moderne Traditionen charakterisiert ist.

Zeugnisse der letzten Jahrtausende deuten darauf hin, dass die Entwicklung bedeutender und einzigartiger Städte das Land nachhaltig geprägt hat. Städte wie Bärdä, das von arabischen Autoren als die ‚Mutter der Städte von Arrana’ und das ‚hiesige Bagdad’ bezeichnet wurde; Gändschä, die Stadt, in der die Wiege des großen Dichters Nisami gestanden hat; Nachtschywan – die Ausgrabungen auf dem Territorium dieser Stadt haben die Existenz von Protostädten der Art Ur in Mesopotamien bestätigt; Scheki, berühmt durch Seide; Täbris, eine im heutigen Iran gelegene Stadt, die Jahrhunderte lang wichtiges Zentrum für Wissenschaft, Kultur und Gewerbe war – tonangebend in der Baukunst, in der Herstellung von Buchminiaturen sowie in der Teppichknüpfkunst. Darüber hinaus ist bekannt, dass seit Ende des 13. Jahrhunderts Täbris eine der größten Universitäten des Orients konstatierte. Sie zählte mehrere tausend Studenten und mehr als tausend Lehrkräfte, die aus allen Gebieten des moslemischen Orients hierher gekommen waren. Auch Schamachy, eine der ältesten Hauptstädte des Landes, nämlich die Hauptstadt des Schirwanschahenstaates, darf nicht vergessen werden. In der letzten Zeit sprechen die Archäologen gar von einer “Kaspischen Atlantis”, den Städten Sabail und Bjandowan, die infolge des gestiegenen Meersspiegels des Kaspischen Meeres heute unter Wasser liegen.

Eine solch eindrucksvolle Auflistung verschiedener Städte verdeutlicht einmal mehr die Bedeutung Aserbaidschans in der moslemischen Welt, und darüber hinaus in der Kulturwelt.

Ein Blick über Baku verrät , dass im historischen Zentrum der heutigen Hauptstadt das Mittelalter fortlebt. Diese ‚eigenartige’ Stadt in der Stadt – die von einer Burgmauer umgeben ist – lebt in zwei zeitlichen Dimensionen, im heutigen Jahrhundert und im Altertum, dessen Zeugen der Jungfrauenturm, die Minarette “Synych-kala” sowie zahlreiche Karawaneserien und Moscheen sind.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts erleben wir eine neue Entwicklungsphase der Aserbaidschanischen Kultur. Derzeit fungiert ein großes Netz für die Weiterentwicklung des kulturellen Potentials des Landes. Es existieren ungefähr dreißig Theater, zwölf Konzertorganisationen, vier große symphonische Orchester, einige Kammerorchester und Varietegruppen, mehr als dreißig Gemäldegalerien und Ausstellungsorte in Aserbaidschan. Darüber hinaus verfügt Aserbaidschan über eine aktive Jazzszene.